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Fremde Fernseher

An Orten des Sommers sind Fernseher immer fremd. Sie gehören zu einem anderen Leben, zu einer anderen Jahreszeit, zu einer fernen, vergessenen Welt, die es nur am Ende der grauen Autobahn noch gibt. Sie sind eine vage Stimme, die um die Mittagszeit aus dunklen Fenstern dringt, wenn alles ruht und schweigt. Sie sind das Chaos einer lauten, nach billigem Wein und Schweiß riechenden Bar, das durch die schmale, abweisende Tür entweicht. Sie sind die unsichtbaren geliebten Boten sportlicher Ereignisse in der Hitze des Nachmittags. Sie sind ein unstet lärmendes Flackern jenseits des Balkons auf der anderen Straßenseite, wenn im Schein der Laternen der müde Nachthimmel zwischen Türkis und Indigo zögert, wenn Kindergeschrei leiser wird und den Abend verabschiedet. Hier, wo das Leben erfüllt und frei ist, hier, wo es nichts zu vermissen gibt, sind sie eine unbeachtete Kulisse, entbehrlich wie eine alte, unreflektierte Gewohnheit, sinnleer, aber nicht lästig, vertraute Bedeutungslosigkeit.