Die Hitze des Tages lässt sie für gewöhnlich verstummen. Erst wenn die Sonne sich zu verabschieden beginnt, wenn das Licht blasser und gnädiger wird, bevor ein letztes feuriges Orange die alten Mauern färbt, erst wenn sich der Erlebnisdurst legt und einem vergessenen Hunger weicht, nimmt die Luft in den Straßen jene Würze auf, die sich nun großzügig mit dem gegrillten Fisch paart, dem saftigen Fleisch, den knusprigen Kartoffeln Leichtigkeit verleiht, den gebackenen Käse begleitet, das geröstete Brot ziert und mit der allgegenwärtigen Zitrone spielt. Kühl-herb changieren ihre grünen Schatten im goldenen Öl, im weißlichen Honig des frühen Abends. Alles scheint sie willkommen zu heißen, zu umarmen, zu verschenken. Hier, an Orten des Sommers, sind sie Kultur, Entdeckung und Erinnerung. Ihr Duft, ihr Geschmack sind der Ort, sind die Holztische der Terrassen, sind das Vertraut-Fremde, sind Ferne und Fernweh.