An Orten des Sommers sind Fernseher immer fremd. Sie gehören zu einem anderen Leben, zu einer anderen Jahreszeit, zu einer fernen, vergessenen Welt, die es nur am Ende der grauen Autobahn noch gibt. Sie sind eine vage Stimme, die um die Mittagszeit aus dunklen Fenstern dringt, wenn alles ruht und…
Kommentare geschlossenSchlagwort: Licht
Die Hitze des Tages lässt sie für gewöhnlich verstummen. Erst wenn die Sonne sich zu verabschieden beginnt, wenn das Licht blasser und gnädiger wird, bevor ein letztes feuriges Orange die alten Mauern färbt, erst wenn sich der Erlebnisdurst legt und einem vergessenen Hunger weicht, nimmt die Luft in den Straßen…
Kommentare geschlossenAuf der anderen Straßenseite wurde der Schnee, der über Nacht reichlich fiel, schon früh am Morgen geräumt. Mit professioneller Ordentlichkeit und demonstrativer Gründlichkeit wurde die Schaufel geführt. Perfekte schwarze Spuren der Zugänglichkeit laden in das gewohnt zu hell und kalt erleuchtete Geschäft ein, in dem kaufmännische Gleichgültigkeit und betont elegante…
Kommentare geschlossenNoch ist es taghell. Hinter dem edlen Grau eines Wolkenplateaus, das sich bläulich am Horizont erstreckt, ruht matt und rosé ein vergessener Hauch Licht. Laub und Gras sind vom nackten Stein verschwunden, auf dem trockene Schritte nun leiser und klarer von kahler Kälte erzählen. Die Luft ist leicht geworden. In…
Kommentare geschlossenAn Orten des Sommers gehört der Abend nicht mehr der Natur, sondern den Menschen. Er beginnt früh, lange bevor die Sonne am Horizont verschwindet, lange bevor sich der Himmel in feurigem Orange färbt, lange bevor die Hitze des Tages erlischt, und endet erst mit der Dunkelheit. Schatten, Staub und Brunnen…
Kommentare geschlossenDas helle grobe Leinen des Sessels, das andernorts, in der Kälte des Winters, rauh schiene, verwöhnt die gebräunten Beine. Sein herber Duft lädt das staubvergilbte Papier des alten Buches ein, das vertraut den Abend begleitet.
Kommentare geschlossenWährend Staub im Norden verlassene und einsame Orte, ungenutzte und ungeliebte Gegenstände heimsucht, sich im Inneren kalter Bauten versteckt, demonstrativ Nachlässigkeit bloßstellt oder Vergangenheit adelt, ist er an Orten des Sommers das Zeichen von Geselligkeit, Begegnung und Geschichten. Staub ist hier nicht Stille und Langeweile, sondern Lebhaftigkeit, Fröhlichkeit, Ausgelassenheit. Tiefgründig…
Kommentare geschlossenIm tiefen Blau der sternlosen Nacht sind Himmel und Menschen verschwunden. Die Dunkelheit hallt schwer auf Hecken und Zäunen. Unter der kalten Luft bleibt der leere Bürgersteig pudrig-grau, trocken und still. Das kleine Geschäft auf der anderen Seite der Straße leuchtet warm und freundlich. Die Hände, die am Fenster den…
Kommentare geschlossenDer Herbst hat sich vergessen. Nur wenige Kraniche zogen am Himmel fort, das Laub blieb still, stumpf, feucht, kalt, schwer und schwarz. Anachronistische Leere prägt am Abend die matten Straßen. Graues schwebt bis zu den verwaisten Sitzen der goldenen Busse. Das Leben ist heimlich gewichen, unmerklich und rätselhaft hat es…
Kommentare geschlossenWarmherziges Licht umhüllt die schmalen Gassen. Der Schatten ist tiefer geworden, zarter Luftzug bewegt fast unmerklich die Seiten eines beschriebenen Heftes. Die Sonne neigt sich der Stadt entgegen, die im pudrigen Duft der hellen Steine das Leben festhält. Dankbarkeit und Freude teilen sich unter den Platanen unaufgeregt die Boccia-Plätze.
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