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Kategorie: Jahreszeiten & Wetter

Schnee

Feiner, fast unsichtbarer  Schnee hatte mit unmerklich flimmerndem, hinterhältigem Fleiß die Stadt erobert. Stetig fiel er weiter, Arbeits- und Zeitpläne wurden obsolet, von dem weißen Pulver vernichtet, das aus Alltag Ausnahme, aus Normalität  Aufregendes machte.

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Winter in der Stadt

Auf der anderen Straßenseite wurde der Schnee, der über Nacht reichlich fiel, schon früh am Morgen geräumt. Mit professioneller Ordentlichkeit und demonstrativer Gründlichkeit wurde die Schaufel geführt. Perfekte schwarze Spuren der Zugänglichkeit laden in das gewohnt zu hell und kalt erleuchtete Geschäft ein, in dem kaufmännische Gleichgültigkeit und betont elegante…

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Weihnachtstag am Fenster

Die Straße kommt nicht zur Ruhe. Der Fluss der Autos, die sie in Richtung Innenstadt hinunterfahren, will nicht versiegen. Keine Familien mit Kindern, keine Paare, die vielleicht zu Verwandten möchten oder müssen, immer nur Einzelpersonen sind am Steuer zu sehen. Die Stille, die in früheren Jahrzehnten an solchen Feiertagen die…

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Früher Dezember

Noch ist es taghell. Hinter dem edlen Grau eines Wolkenplateaus, das sich bläulich am Horizont erstreckt, ruht matt und rosé ein vergessener Hauch Licht. Laub und Gras sind vom nackten Stein verschwunden, auf dem trockene Schritte nun leiser und klarer von kahler Kälte erzählen. Die Luft ist leicht geworden. In…

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Schwebende Watte

Der Herbst hat sich vergessen. Nur wenige Kraniche zogen am Himmel fort, das Laub blieb still, stumpf, feucht, kalt, schwer und schwarz. Anachronistische Leere prägt am Abend die matten Straßen. Graues schwebt bis zu den verwaisten Sitzen der goldenen Busse. Das Leben ist heimlich gewichen, unmerklich und rätselhaft hat es…

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Spätsommer

Die Hitze wird altersmilde. Die Sonne hat ihre Schärfe verloren. Im lauen weichen Wind, der selbst am Nachmittag nun grüner anmutet, gibt sie sich goldenträge. Diesiges Licht schwebt melancholisch unentschlossen zwischen den blühenden Stauden. Der längst nicht mehr gleißende Stein ist leiser geworden.

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Vorboten

Auf einmal ist die Luft, die tot und bleiern in der Sonne gelegen und sich widerspruchslos der Hitze gefügt hatte, wieder lebendig. Die einst trägen großen Zweige rascheln nun grün im kühl aufwachenden Wind, der knisternde Erwartung aus der Ferne herträgt. Die zeitlose Stille ist spannendem Leben gewichen, das fröhlich…

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Regenwochen am Fenster

Leichte milchige Säure erfüllt kreidegrau den dumpfen Raum, der in der Blässe des kahlen, stumpfen Tages immer unentrinnbarer erstickt. In der Enge der klammen Wände wächst starr die Leere. Hinterlistige Nieseltropfen wischen in stetigem Nebel von den Grabsteinen des leeren Bürgersteigs jeden Alltag. Strohig kalte Feuchte steigt aus versagendem Tee.…

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An einem Sonntag im Dezember

Sinnloser Schnee fiel über Nacht. Bereits am frühen Morgen hatten leichte Besen mit müheloser Überheblichkeit in die perfekte Schicht ihre graphischen Muster gezogen, doch bald mutete sogar ihr Tun lächerlich schal an. Auf einem Parkplatz versuchte ein einsames Kind halbherzig, mit dem zufälligen Fondant zu spielen. Hilflose kleine Haufen zeugten…

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Feld im Winter

Unschlüssig düstere Bäume wachen über brache Furchen, in denen der Schlamm ewig heimisch scheint. Krümelige Pfützen zeugen noch vom Leben, das sich hinter den Lichtungsrand zurückgezogen hat. Die Luft schaudert unter dem drohenden Schnee, der aus tiefem Himmel naht. Nervös-bleierne Kälte verscheucht nun Mensch und Tier.

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