{"id":30,"date":"2009-06-28T16:14:40","date_gmt":"2009-06-28T14:14:40","guid":{"rendered":"https:\/\/kunsttext.de\/Blog\/?p=30"},"modified":"2023-12-05T11:21:45","modified_gmt":"2023-12-05T10:21:45","slug":"sommer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kunsttext.de\/Blog\/sommer\/","title":{"rendered":"Sommer"},"content":{"rendered":"<p>Mit den ersten wirklich hei\u00dfen Tagen des Jahres, wenn das Thermometer dauerhaft \u00fcber 24 Grad anzeigt, beginnt f\u00fcr mich die dunkle Jahreszeit.<\/p>\n<p>Tags\u00fcber bleiben Fenster und Jalousien zum Schutz von Computer, Drucker und anderen B\u00fcroger\u00e4ten, aber auch zur Erhaltung von Konzentration und Arbeitsenergie geschlossen, der n\u00f6tige Sauerstoff findet erst in den Abendstunden und bis in die Nacht hinein Einlass. Der Kaffeebecher muss weichen, an seinem Platz steht ein Glas, das immer wieder mit reichlich Eisw\u00fcrfeln und Wasser nachgef\u00fcllt wird und an dessen W\u00e4nden immer dickere Perlen flei\u00dfig heruntertriefen, bis sie schlie\u00dflich das zum improvisierten Bierdeckel zusammengefaltete K\u00fcchenpapier vollends durchweicht haben.<\/p>\n<p>Mit dem fr\u00fchen Abend, wenn der Geruch von gegrilltem Fleisch aus den Nachbarg\u00e4rten sich appetitanregend verbreitet, wird die Arbeit nach drau\u00dfen in den luftigen Schatten verlegt. Die frische Luft, der Gesang der Amseln, die \u00fcber die Weiten der Stadt hinweg den regen meteorologischen Austausch pflegen, das zufriedene Fiepen der Meisen, der Tanz der offenbar paarungswilligen Rotkehlchen, der Duft der Blumen, die sich in der einsetzenden K\u00fchle von dem Tag erholen und dankend die aufkommende Feuchtigkeit aufsaugen, der Glanz der untergehenden Sonne auf entferntem Geb\u00fcsch werden nach den dunklen Stunden des Nachmittags euphorisch genossen, w\u00e4hrend die Hummeln ihre letzten Runden drehen und die Tauben nach und nach verstummen.<\/p>\n<p>Bald leuchtet in der Nacht nur noch der Bildschirm, sehr zur Freude blutdurstiger M\u00fccken. Kaum hat sich der Tag verabschiedet, zieht die Fledermausfamilie ihre Kreise und teilt sich die Stille mit dem leisen Klicken der Tastatur. Pl\u00f6tzlich, da alle Farben in die Graut\u00f6ne verschwunden sind, scheinen die Rosen von innen zu leuchten. Geborgenheit erw\u00e4chst aus den letzten Ger\u00e4uschen, die der k\u00fchlende Wind den Zweigen abtrotzt. Eine kleine Maus wagt sich zu nah, erschrickt \u00fcber die eigene Courage und fl\u00fcchtet panisch unter den Efeu. Ihr aufgeregtes Rascheln zieht mehr Aufmerksamkeit auf sie, als n\u00f6tig gewesen w\u00e4re.<\/p>\n<p>Das Arbeiten in der dunklen, klaren Luft, in der nur noch vereinzelt abfallende Bl\u00e4tter zu h\u00f6ren sind, geh\u00f6rt zu den sch\u00f6nsten Seiten des Sommers und l\u00e4sst Sorgen oder \u00c4rger schnell vergessen. Der Sommer ist die Zeit der belohnenden Augenblicke.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mit den ersten wirklich hei\u00dfen Tagen des Jahres, wenn das Thermometer dauerhaft \u00fcber 24 Grad anzeigt, beginnt f\u00fcr mich die dunkle Jahreszeit. 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Der Kaffeebecher muss weichen, an seinem Platz steht ein Glas, das immer wieder mit reichlich Eisw\u00fcrfeln und Wasser nachgef\u00fcllt wird und an dessen W\u00e4nden immer dickere Perlen flei\u00dfig heruntertriefen, bis sie schlie\u00dflich das zum improvisierten Bierdeckel zusammengefaltete K\u00fcchenpapier vollends durchweicht haben.&#8230;<\/p>\n<div class=\"more-link-wrapper\"><a class=\"more-link\" href=\"https:\/\/www.kunsttext.de\/Blog\/sommer\/\">Weiterlesen<span class=\"screen-reader-text\">Sommer<\/span><\/a><\/div>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[4],"tags":[3,6,16],"class_list":["post-30","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-kuenstleralltag","tag-alltag","tag-jahreszeiten","tag-martine-paulauskas","ratio-natural","entry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.kunsttext.de\/Blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/30","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.kunsttext.de\/Blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.kunsttext.de\/Blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.kunsttext.de\/Blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.kunsttext.de\/Blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=30"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.kunsttext.de\/Blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/30\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":31,"href":"https:\/\/www.kunsttext.de\/Blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/30\/revisions\/31"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.kunsttext.de\/Blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=30"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.kunsttext.de\/Blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=30"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.kunsttext.de\/Blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=30"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}