Zum Inhalt springen

Briefe gegen die Einsamkeit

Einsamkeit ist in unserer Gesellschaft ein zunehmendes Problem

Es erscheint paradox – sind wir ja über unsere Smartphones und eine unendliche Vielfalt an digitalen Wegen für alle und jeden erreichbar und permanent mit anderen Menschen in Kontakt. Wir sehen einander im Video-Call, können über Messenger- und Chat-Dienste minütlich mit einander kommunizieren.
Doch diese Form von Nähe ist flüchtig, zuweilen auch oberflächlich.
Was nach diesen kurzen Gesprächen, nach einem lebhaften Austausch bleibt, wenn die Stimme am anderen Ende verstummt und der Bildschirm erlischt, ist oft eine unerträgliche Leere, die sogar an Schärfe gewinnt, eine Stille, die noch lauter wird. Dies gilt in bestimmten Lebenssituationen ganz besonders.

Einsamkeit hat viele Gesichter

Alter, Krankheit, Behinderungen und Mobilitätseinschränkungen, Trauer, eine akute Krise nach einem lebenseinschneidenden und -verändernden Ereignis, eine schlechte Diagnose, die Hinterfragung eines Lebenssinns, ein Umzug, eine drastische Umstellung des Alltags, eine Auswanderung, der Verlust einer Freundschaft, eine psychische Erkrankung, Mobbing, toxische Beziehungen, soziale Isolation aufgrund finanzieller Probleme … Die Wege in die Einsamkeit sind zahllos und so individuell wie der Mensch selbst.
Kontakt- und Kommunikationsmöglichkeiten stellen in diesem Zusammenhang nur einen quantitativen Aspekt dar: Sie sind allgegenwärtig, schnell und unkompliziert nutzbar, aber dadurch auch beliebig. Die emotionale Tiefe, die echte Verbundenheit, das Gefühl wirklich verstanden und beachtet zu werden, fehlt, der Schmerz kann überwältigend sein.

Briefe sind emotional bedeutsame und bleibende Nähe

Ein handgeschriebener Brief ist ein greifbares und dauerhaftes Zeichen von Zuwendung.
Er kann auf der Anrichte Platz finden, wo er den ganzen Tag sichtbar ist. Er kann neben die Frühstückstasse gestellt werden und in den ersten Momenten des Tages Freude und Sonne auf ein Gesicht zaubern, wenn sonst niemand da ist. Auf dem Nachttischchen kann er sich wie ein echtes „Gute Nacht“ anfühlen, wie ein Talisman gegen die Dunkelheit. Er kann im Portemonnaie jede Minute begleiten und Halt geben. Er kann im Regal ausgestellt vom ganzen Stolz der Großeltern und von der Liebe eines Enkelkindes erzählen.
Gerade weil Briefe heute nicht mehr selbstverständlich sind, haben sie eine ganz andere Dimension: Sie sind bedeutsam, kostbar, ein kleines Stück Luxus in einem eintönigen und vielleicht unerfreulichen Alltag. Ihre Botschaft ist von unermesslichem Wert: „Jemand hat an mich gedacht, jemandem war ich es wert, Zeit, Gedanken und Mühe zu investieren.“ Briefe sind Hoffnung und Trost, Halt und Präsenz.

Individuelle und illustrierte Briefe als mehrschichtiges Geschenk
Das Unerwartete, das alles vergessen lässt
Ob der Brief im Briefkasten wartet, vom Briefträger oder einer Pflegekraft überreicht wird – ihn zu entdecken ist immer ein wertvoller, ja magischer Überraschungsmoment. Endlich ist der Briefkasten nicht mehr leer, endlich enthält er etwas anderes als behördliche Mitteilungen, Rechnungen oder sinnlose Werbung.

Ein unvergesslicher und berührender Moment
Der Anblick einer Handschrift und der handgemachten Illustration auf dem Umschlag verstärkt diesen Überraschungsmoment zu einem unvergleichlichen und unersetzlichen Erlebnis, das über viele Stunden, Tage und Wochen nachhallen kann.
Das Öffnen und Lesen des Briefes, das Wechselspiel zwischen der eigentlichen Geste, der optischen Wirkung und dem individuellen, persönlichen Inhalt schaffen eine dauerhafte Erinnerung von unschätzbarer Bedeutung.
Briefe vermitteln nicht nur Inhalte. Sie tragen in sich die Magie des Unerwarteten. Jenseits ihrer Funktion als Kommunikationsmittel sind sie Aufmerksamkeit, Präsenz, aufrichtiges Interesse, Nähe und Herzenswärme.

Warum ausgerechnet eine Textkünstlerin ein solches Projekt startet
Stimmungen, Nuancen, kleinste Details, Gefühle zu erfassen, liegt im Wesen der Kunst und eines jeden Künstlers. Gerade diese übersteigerte sinnliche Wahrnehmung führt zu feinfühligen, behutsam und individuell formulierten, emotionalen Texten, die berühren und erfreuen, trösten und beschenken.
Briefe sind eine meiner Leidenschaften, schon von Kindesbeinen an. Als Kind und Teenager war es im Urlaub meine größte Freude, Postkarten und Briefe zu schreiben. Am liebsten hätte ich es den ganzen Tag getan. Und zu Hause? Nun ja, es war auch die Zeit, in der ich begriff, wie wichtig ein einzelner Brief sein kann.
Als Künstlerin ist es für mich selbstverständlich, mich für Dinge zu engagieren, die mir wichtig sind.
Oft tue ich es im Rahmen gemeinnütziger Projekte. So nehme ich, so oft ich kann, an Aktionen wie Postcard Art Exhibit (ehemals Twitter Art Exhibit) oder A Letter in Mind teil.
Briefe gegen die Einsamkeit ist ein Projekt etwas anderer Art – über Nähe und Herzenswünsche.

Nähe schenken – So funktioniert es: Angebote & Ablauf – Mäzenat

Unter Angebote & Ablauf finden Sie mehrere Möglichkeiten, das Projekt zu nutzen und zu unterstützen: ob durch einen konkreten Auftrag, eine Empfehlung auf der Grundlage der auf der Seite aufgeführten Ideen oder durch eine Unterstützung als Mäzen.

Beispiele
Da jedes Motiv individuell entsteht, können hier nur einige wenige Beispiele gezeigt werden. Mit dem Start des Projekts wird diese Galerie nach und nach um weitere Arbeiten ergänzt.